Checkout-Design: Einstellungen gegen Warenkorbabbrüche
Im Checkout entscheidet sich, ob aus einem Produkt im Warenkorb eine Bestellung wird. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie überflüssige Felder reduzieren, wie Gastbestellung und Schnellregistrierung funktionieren und wie die Vertragsunterlagen über der Bestellschaltfläche angezeigt werden.
SEPETYA Editör EkibiVeröffentlicht: 9 Min. LesezeitAktualisiert:
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Die Kundin oder der Kunde hat ein Produkt in den Warenkorb gelegt, ist im Checkout angekommen und hat trotzdem nicht gekauft. Laut 50 vom Baymard Institute ausgewerteten Studien werden im Durchschnitt 70,22 % der Online-Warenkörbe abgebrochen. Ein Teil davon ist unvermeidlich: 42 % der US-Käufer haben den Warenkorb mit der Begründung „ich habe mich nur umgesehen“ verlassen. Die meisten übrigen Gründe lassen sich jedoch durch Gestaltung lösen.
In diesem Leitfaden betrachten wir den Checkout ausgehend von diesen Gründen und zeigen, welche Einstellungen Sie im SEPETYA-Checkout in der Hand haben. Anschließend erklären wir mit den einschlägigen Verordnungsartikeln, warum die Vertragsunterlagen über der Bestellschaltfläche stehen.
Warum springen Kunden ab?
Unten stehen die Gründe aus Baymards Liste, in der die Antwort „ich habe mich nur umgesehen“ ausgeklammert ist. Die Anteile beziehen sich auf US-Online-Käufer, und da mehrere Gründe angegeben werden konnten, ergibt die Summe mehr als 100 %; sie messen nicht Ihre Kundschaft in der Türkei, sondern geben eine Richtung vor.
| Abbruchgrund | Anteil | Entsprechung im SEPETYA-Checkout |
|---|---|---|
| Zusatzkosten (Versand, Steuern, Gebühren) zu hoch | 40 % | Die Bestellübersicht ist in jedem Schritt sichtbar; die Preise der Versandoptionen werden nach Eingabe der Adresse aufgelistet. Ein Aufschlag oder Rabatt, der an die Zahlungsart gebunden ist, steht unter der Zahlungsart, bevor sie gewählt wird. |
| Lieferung zu langsam | 20 % | Unter jeder Versandoption steht „Voraussichtliche Lieferung: N Werktage“; bei lokaler Lieferung werden Tag und Zeitfenster gewählt. |
| Kein Vertrauen, der Website Kartendaten anzuvertrauen | 19 % | Kartendaten werden nicht auf der Shop-Seite eingegeben, sondern auf der sicheren Seite des Zahlungsanbieters. Die Rückgabebedingungen lassen sich in der Bestellübersicht aufklappen. |
| Die Website verlangte ein Kundenkonto | 18 % | Gastbestellung und Schnellregistrierung beim Bezahlen (siehe unten). |
| Checkout zu lang oder kompliziert | 17 % | Drei Schritte auf einer Seite (Adresse, Versand, Zahlung); ein abgeschlossener Schritt wird zu einer einzeiligen Zusammenfassung. Gespeicherte Adressen, automatisches Ausfüllen durch den Browser und anpassbare Felder. |
| Website hatte Fehler oder stürzte ab | 17 % | Ändern sich Preis oder Bestand, wird keine Bestellung angelegt, und der aktuelle Betrag wird geladen. Ein Doppelklick erzeugt dieselbe Bestellung nicht zweimal. |
| Unzureichende Rückgaberichtlinie | 13 % | Aufklappbarer Bereich „Rückgabebedingungen“ in der Bestellübersicht. |
| Gesamtkosten waren vorab nicht sichtbar | 12 % | Der zu zahlende Betrag (inkl. MwSt.) steht direkt über der Bestellschaltfläche und auf der Schaltfläche selbst. |
| Nicht genügend Zahlungsarten | 9 % | Erweiterungen wie Karte, Überweisung, Nachnahme und Zahlung im Geschäft sowie Ratenzahlungsoptionen. |
Anzahl der Felder: weniger gewinnt
Laut Baymards Benchmark von 2024 umfasst ein durchschnittlicher Checkout 5,1 Schritte und 11,3 Formularfelder. Für die meisten Websites sind 8 Felder nötig. Nach Baymard bestimmt nicht die Zahl der Schritte, sondern die Zahl der Felder, die gelesen und ausgefüllt werden müssen, das Checkout-Erlebnis.
Der SEPETYA-Checkout besteht aus drei Abschnitten auf einer Seite, die sich nacheinander öffnen: Adresse (E-Mail, Liefer- und Rechnungsadresse), Versandart und Zahlung. Gibt es nur eine Versandoption, wird der Versandschritt übersprungen; bei Bestellungen ohne Versand (digitales Produkt) werden die Rechnungsangaben im Zahlungsschritt abgefragt. Baymards fünf Empfehlungen haben wir den SEPETYA-Einstellungen zugeordnet:
| Empfehlung von Baymard | In SEPETYA |
|---|---|
| Ein einziges Feld „Vor- und Nachname“ verwenden (89 % der Websites nutzen mehrere Namensfelder) | Vor- und Nachname sind zwei getrennte Felder; eine Einstellung zum Zusammenlegen gibt es nicht. Die Felder sind für das automatische Ausfüllen durch den Browser passend beschriftet. |
| Die Zeile „Adresszusatz“ ausblenden (75 % der Websites zeigen sie nicht) | Unter Kunden › Adressfelder können Sie im Bereich „Standard-Adressfelder“ das Feld „Adresszusatz“ auf Ausgeblendet setzen. |
| Das Gutscheinfeld ausblenden (35 % der Websites mit Gutscheinfeld zeigen es offen) | In den Einstellungen der Zahlungsseite unter Zahlungseinstellungen können Sie das Gutscheinfeld auf „Ausblenden“ stellen. Wenn Sie keine Gutscheine nutzen, schalten Sie es ab. |
| Die Rechnungsadresse standardmäßig mit der Lieferadresse gleichsetzen (24 % der Websites zeigen sie separat) | Das Kästchen „Meine Rechnungsadresse entspricht der Lieferadresse“ ist standardmäßig angehakt; Kundinnen und Kunden wählen nur die Rechnungsart (privat oder geschäftlich). |
| Die Kontoerstellung ans Ende der Bestellung legen (84 % der Websites tun das nicht) | Gastbestellung und Schnellregistrierung beim Bezahlen (siehe unten). |
In den Einstellungen der Zahlungsseite legen Sie außerdem die Sichtbarkeit dieser Felder fest: Telefon (standardmäßig Pflicht), türkische Identifikationsnummer (T.C. kimlik numarası), Postleitzahl und Firmenrechnung (standardmäßig optional), Bestellnotiz und Geschenkverpackung. Verkaufen Sie digitale Produkte, können Sie das Telefon optional oder ausgeblendet machen; liefern Sie per Paketdienst, ist das Telefon meist nötig, damit der Zusteller die Person erreicht. Prüfen Sie jedes Feld mit der Frage: „Kann ich die Bestellung ohne diese Angabe nicht zustellen oder keine Rechnung ausstellen?“
Türkei-spezifische Felder: In der Lieferadresse werden Provinz (il) und Kreis (ilçe) aus einer Liste gewählt. Für das Stadtviertel (mahalle) erscheinen Vorschläge, wenn die amtliche Liste importiert wurde, und die Postleitzahl des gewählten Viertels wird in das leere Feld geschrieben. Adressregeln (Pflichtfeld, minimale und maximale Zeichenzahl, zulässige Zeichen) stellen Sie unter Kunden › Adressfelder ein.
Gastbestellung und Schnellregistrierung
Laut Baymard führt es bei manchen Kundinnen und Kunden zum Abbruch, wenn sie vor der Bestellung ein Konto anlegen müssen oder dazu gedrängt werden, weil Felder wie Passwort und Geburtsdatum Aufwand bedeuten; empfohlen wird, die Kontoerstellung ans Ende der Bestellung zu legen. Das sollte vorher klar sein: Neben der Gastoption sollte der Hinweis „Sie können nach der Bestellung ein Konto anlegen“ stehen.
In den Einstellungen der SEPETYA-Zahlungsseite gibt es für „Bestellung aufgeben“ drei Optionen:
- Gast oder Mitglied: Bestellungen sind auch ohne Konto möglich; wer möchte, legt eines an.
- Nur Mitglieder: Für eine Bestellung ist eine Anmeldung erforderlich.
- Nur Gäste: Die Registrierung im Shop ist deaktiviert; alle Bestellungen werden als Gast aufgegeben.
Ist „Schnellregistrierung beim Bezahlen“ aktiv (Standard), kann ein Gast am Ende des Zahlungsschritts das Kästchen „Konto für künftige Bestellungen anlegen“ ankreuzen und ein Passwort festlegen; das Kästchen ist standardmäßig nicht angehakt, und die Bestellung wird mit dem neuen Konto verknüpft. Ist ein Konto Pflicht, erscheint dasselbe Feld mit Pflichtangaben, und niemand muss auf eine separate Registrierungsseite wechseln. Existiert bereits ein Konto mit derselben E-Mail-Adresse, wird ein Link „Anmelden“ angezeigt. Mitglieder mit gespeicherten Adressen wählen im Adressschritt eine ihrer Adressen.
Auch das Kästchen für die Marketing-Einwilligung im Kontaktschritt ist standardmäßig nicht angehakt; die Einwilligung in kommerzielle E-Mails und SMS wird getrennt von den Pflichtbestätigungen im Checkout behandelt (siehe unseren Beitrag zu İYS).
Vertragsunterlagen und Bestellschaltfläche: Was verlangt die Verordnung?
Vier Artikel der türkischen Verordnung über Fernabsatzverträge (Mesafeli Sözleşmeler Yönetmeliği) prägen unmittelbar das Ende des Checkouts. Die folgende Zusammenfassung ist vereinfacht; den genauen Wortlaut finden Sie über den Link zum Amtsblatt (Resmî Gazete) in der Quellenliste.
| Artikel | Was besagt er? | Entsprechung im Checkout |
|---|---|---|
| 5 | Verbraucher müssen vor Vertragsschluss unter anderem über die Identität des Verkäufers, die wesentlichen Eigenschaften des Produkts, den Gesamtpreis einschließlich aller Steuern und Zusatzkosten, Zahlung und Lieferung, die Bedingungen des Widerrufsrechts und das für die Rücksendung vorgesehene Transportunternehmen informiert werden. Die Beweislast für die Information trägt der Verkäufer. | Das Vorvertragliche Informationsformular wird mit den Bestelldaten befüllt. Sein Zustand zum Zeitpunkt der Bestellung, die Version und ein Hash werden gespeichert. |
| 6 | Die Informationen müssen in mindestens 12-Punkt-Schrift, in verständlicher Sprache, klar und lesbar sein. Beim Internetverkauf müssen die Eigenschaften des Produkts, der Gesamtpreis und die wichtigsten Angaben zum Widerrufsrecht unmittelbar vor Eingehen der Zahlungspflicht nochmals gezeigt werden. Lieferbeschränkungen und akzeptierte Zahlungsmittel müssen spätestens vor der Bestellung angegeben werden. | Die Unterlagen öffnen sich, mit den Bestelldaten befüllt, in einem Fenster. Akzeptierte Karten (falls hinterlegt) stehen unter den Zahlungsarten; Adressen, an die nicht geliefert werden kann, werden im Adressschritt gemeldet. |
| 7 | Der Verkäufer muss sicherstellen, dass Verbraucher bestätigen, die vorvertraglichen Informationen erhalten zu haben; andernfalls gilt der Vertrag als nicht geschlossen. | Die Unterlagen erscheinen mit nicht angehakten Bestätigungskästchen; ohne Haken wird die Schaltfläche „Jetzt bezahlen“ nicht aktiv. |
| 8 | Unmittelbar bevor Verbraucher die Bestellung bestätigen, muss der Verkäufer klar und verständlich darauf hinweisen, dass die Bestellung eine Zahlungspflicht begründet; andernfalls sind Verbraucher an die Bestellung nicht gebunden. | Auf der Schaltfläche steht „Jetzt bezahlen“, darunter der Hinweis „Wenn Sie auf „Jetzt bezahlen“ klicken, gehen Sie eine Zahlungsverpflichtung ein.“; der zu zahlende Betrag steht direkt über der Schaltfläche. |
Wie zeigt SEPETYA die Vertragsunterlagen an?
- „Vorvertragliches Informationsformular“ und „Fernabsatzvertrag“ stehen im Bereich direkt über der Bestellschaltfläche mit zwei getrennten, nicht angehakten Kästchen. Nur einen Haken zu setzen, genügt nicht: Die Kundin oder der Kunde tippt auf den Dokumentnamen oder das Kästchen, öffnet das Dokument und hakt „Gelesen, ich stimme zu“ an.
- Die Unterlagen sind mit den Bestelldaten der Kundin oder des Kunden befüllt (Produkte, Beträge, Adresse, Zahlungsart). Ändern sich Bestellsumme oder gewählte Zahlungsart, werden die Unterlagen neu erstellt und erneut zur Bestätigung vorgelegt.
- Nach der Bestätigung geht eine Kopie des Dokuments an die E-Mail-Adresse der Kundin oder des Kunden und wird im Bestelldatensatz gespeichert. Der Text der Unterlagen zum Zeitpunkt der Bestellung (HTML), Version, Hash, Zeitpunkt der Bestätigung und die IP-Adresse der bestätigenden Person werden in den Bestelldatensatz geschrieben; Bestätigungen werden als nicht löschbarer Datensatz geführt.
- Vom Shop-Betreiber festgelegte zusätzliche Bestätigungskästchen (zum Beispiel für kommerzielle Nachrichten) erscheinen im Checkout nicht angehakt; ohne Haken in den als „Pflicht“ markierten Kästchen ist keine Bestellung möglich.
Die Texte sind Vorlagen: Vorvertragliches Informationsformular und Fernabsatzvertrag werden aus fertigen Vorlagen erzeugt und in den Rechtsseiten unter Online-Shop › Seiten bearbeitet. Die Angaben zum Verkäufer stammen aus den Shop-Einstellungen; fehlen sie, erscheinen sie in den Unterlagen leer. Die Vorlage enthält nicht von selbst die Angabe zum für die Rücksendung vorgesehenen Transportunternehmen nach Artikel 5 Buchstabe g: Wenn Sie ein Transportunternehmen für Rücksendungen festgelegt haben, ergänzen Sie diese Angabe selbst in Ihrem Formular. Lassen Sie die Rechtmäßigkeit der Texte von einer Rechtsberatung prüfen.
Checkliste für den Checkout
- Nicht benötigte Felder sind ausgeblendet oder optional: „Adresszusatz“, Postleitzahl, türkische Identifikationsnummer, Firmenrechnung.
- Wenn Sie keine Gutscheine nutzen, ist das Gutscheinfeld abgeschaltet.
- Die Option zum Bestellen („Gast oder Mitglied“) und die Schnellregistrierung wurden bewusst gewählt.
- Die voraussichtlichen Lieferzeiten der Versandoptionen sind ausgefüllt und realistisch.
- Die Beschreibungen der Zahlungsarten (Bankverbindung für Überweisung, Hinweis zur Nachnahme) sind aktuell; Ratenzahlungsoptionen sind in der Zahlungserweiterung aktiv.
- Rückgabebedingungen und Rückgabefrist sind in den Kundeneinstellungen hinterlegt; in der Bestellübersicht erscheint der Bereich „Rückgabebedingungen“.
- Die Angaben zum Verkäufer sind vollständig; Vorvertragliches Informationsformular und Fernabsatzvertrag wurden von Ihrer Rechtsberatung geprüft.
- Die Angabe zum Transportunternehmen für Rücksendungen ist im Vorvertraglichen Informationsformular ergänzt.
- Die Bestellung wurde auf einem echten Smartphone von Anfang bis Ende getestet, als Gast und als Mitglied.
Probieren Sie es selbst aus
Am schnellsten erkennen Sie, ob Ihr Checkout gut ist, wenn Sie in Ihrem Shop mit Ihrem eigenen Smartphone eine Bestellung aufgeben: Wie viele Felder haben Sie ausgefüllt, wie oft sind Sie ins Stocken geraten, wo haben Sie die Vertragsunterlagen gesehen? Zu Ratenzahlung und Zahlungsarten lesen Sie auch unsere Leitfäden Ratenzahlung und Zinsaufschlag und zu Rückgaberechten Widerrufsrecht und Rückgaberichtlinie. Den Checkout können Sie während der Testphase in Ihrem eigenen Shop einrichten: kostenlos testen.
Dieser Beitrag ist keine Rechts- oder Steuerberatung.
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